Motivation turnt ab

Motivation turnt ab

Die Wahrheit über Motivation wollen Sie nicht wissen. Denn sie ist beinhart. Auch wenn es weh tut: Sie können niemanden motivieren! Was uns wirklich antreibt, lesen Sie hier.


„Wenn Mitarbeiter nicht regelmäßig motiviert werden, bringen sie keine Leistung.“ Davon ist Vertriebsleiter Drücker überzeugt. Sein Lieblingswerkzeug ist die Schulterklopf-Methode. Die geht so: „Das haben Sie toll gemacht, Herr Artig.“ Schulterklopfen. Pause. „Aber ich weiß, es geht noch besser.“ Lächeln. „Strengen Sie sich mehr an!“

Herr Drücker fühlt sich dann gut. Er hat seine Pflicht als Vorgesetzter wieder einmal erfüllt. Sein Mitarbeiter wurde gelobt und wird sich deshalb mehr anstrengen. Wenn nicht, muss Drücker eben deutlicher werden.

Motivieren durch Lob und Ansporn – Was die Schulterklopf-Methode bewirkt

Was glauben Sie, wie es Herrn Artig nach Drückers kleiner Motivations-Ansprache geht? Wenn er unerfahren ist und diese Intervention seines Chefs zum ersten Mal erlebt hat, ist er vielleicht zunächst erfreut. Seine Leistung wurde bemerkt und ihm wird noch mehr zugetraut. Da er einen guten Eindruck machen will, strengt er sich tatsächlich mehr an und schafft es, seine Ergebnisse zu steigern. Doch wie oft funktioniert das?

Es wird nicht lange dauern, bis Artig beginnt, unangenehme Zwischentöne wahrzunehmen. Früher oder später wird er das Lob als unaufrichtig empfinden und andere Botschaften heraushören: „Deine Leistung ist nicht gut genug. Du strengst dich zu wenig an. Ich erwarte, dass du dich besserst, weil sonst…“ Beim nächsten Schulterklopfen wird unser Mitarbeiter erschrocken zusammenzucken und nach dem scheinbaren Lob sofort Kritik erwarten. Statt Motivation wird Druck aufgebaut und Angst erzeugt.

Ohne Autonomie keine Motivation – Die Bedeutung der Selbstbestimmung

Herr Drücker mag ein unangenehmer Chef sein, der wenig an das Wohl seiner Mitarbeiter denkt. Aber selbst mit ehrlich gemeintem Lob, einer Gehaltserhöhung oder Belohnung in anderer Form werden Sie keine nachhaltige Motivation erreichen. Was getan wird, folgt dann nämlich nicht dem eigenen Antrieb, sondern wird durch äußere Reize ausgelöst. Die sogenannte extrinsische – von außen kommende – Motivation bewirkt, dass eine Aufgabe nicht um ihrer selbst willen erledigt wird, sondern um eine Belohnung zu erhalten oder um Strafe zu vermeiden. Und das widerspricht unserem Bedürfnis nach Autonomie.

Die amerikanischen Psychologen Edward Deci und Richard M. Ryan haben dieses Phänomen in ihrer Selbstbestimmungstheorie untersucht. Die Motivation für ein bestimmtes Verhalten hängt laut Deci und Ryan davon ab, inwieweit die drei psychologischen Grundbedürfnisse nach Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie befriedigt werden. Der Mensch tendiert dazu, Herausforderungen zu suchen, um die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, so die Psychologen. Diese Tendenz bezeichnen sie als intrinsische Motivation.

Der Schlüssel steckt innen – Das Geheimnis der intrinsischen Motivation

Ein Mitarbeiter wird also dann die beste Leistung liefern, wenn er weiß, dass seine Kompetenz geschätzt wird, er sich als wichtiger Teil des Teams bzw. des Unternehmens sieht und das Gefühl hat, dass er mitbestimmen und etwas bewirken kann. Wertschätzung und Vertrauen fördern ein produktives Arbeitsklima. So könnten wir uns bei Herrn Artig erkundigen, wie er es geschafft hat, eine anspruchsvolle Aufgabe zu lösen, ihn öfter nach seiner Meinung fragen oder ihm die Verantwortung für gewisse Projekte übertragen.

Lob und Ansporn nutzen sich ab. Die einzige Motivation, die langfristig wirkt, kommt von innen. Denn für den Funken, der in uns brennt, sind wir selbst verantwortlich.

Was Sie für den Motivations-Funken bei sich und Ihren Mitarbeitern sonst noch tun können, erfahren Sie bei uns.